Paro-Autovaccine

Paro-Autovaccine sind individuelle Impfstoffe, basierend auf autologen Bakterien. Der Impfvorgang selbst kann als „autologe Vaccination“ bezeichnet werden. Die Paro-Autovaccination eignet sich zur Behandlung einer Parodontitis. Bei dieser chronischen Infektionserkrankung des Zahnhalteapparates verschiebt sich das mikrobielle Keimspektrum in der Mundhöhle und aggressive Parodontitiserreger können sich ansiedeln. 

 

Für die Herstellung der infektionsbezogenen Autovaccine werden aus der Parodontaltasche mit Papierspitzen Proben entnommen und die Bakterien lebend isoliert, an ein auf die Herstellung von Individualarzneimitteln spezialisiertes Fachunternehmen übergeben und dort zunächst angezüchtet.  
Danach werden die gewonnenen Bakterien in einem speziellen Verfahren inaktiviert und zur Autovaccine weiterverarbeitet. Anschließend nimmt der Patient die Paro-Vaccine in Form von Tropfen ein.

 

Die in dem Autovaccin (Impfstoff) enthaltenen Bruchstücke der Bakterien können das Abwehrsystem modulieren und die Immunabwehr spezifisch gegen den vorliegenden Erreger stimulieren. Die Parodontitiserreger wirken jetzt nicht mehr als Krankheitserreger und können keine Infektion auslösen.

Warum Paro-Vaccine?

Eine Parodontitis wird – entsprechend der vorliegenden Diagnose – häufig in Kombination mit der Einnahme von Antibiotika behandelt. Die Antibiotika beseitigen dabei die Erreger, die die Entzündung auslösen. Daraufhin bessern sich die Symptome. Antibiotika zerstören allerdings nicht nur die aggressiven Parodontitiserreger, sondern auch die natürlichen Bakterien der Mundflora. Damit wird eine der natürlichen Barrieren des Körpers potentiell geschwächt und Parodontitiserreger können sich in der Folge wieder ansiedeln. 

 

Außerdem kann es durch den zu häufigen Gebrauch von nicht adäquat dosierten Antibiotika zu einer bakteriellen Resistenz kommen. Darüber hinaus kann eine Reihe von Patienten diverse Antibiotika nicht vertragen, z.B. aufgrund einer Allergie. 

 

Dagegen sind Autovaccine im Allgemeinen und Paro-Vaccine im Speziellen sehr gut verträglich. Bei der Anfertigung wird die Dosis Ihres Paro-Vaccins an Ihre persönlichen Erfordernisse angepasst. Neben Ihrer eigentlichen Erkrankung fließen unter anderem Ihre Krankheitsgeschichte, mögliche andere Leiden, Ihre allgemeine Abwehrlage und Ihr Alter in die Bestimmung der Dosierung mit ein.

Anwendung

Das Paro-Vaccin kann in unterschiedlichen Darreichungsformen verschrieben werden. Neben den Autovaccinen zur Injektion stehen orale Autovaccine (zum Einnehmen) zur Verfügung. In aller Regel empfehle ich die orale Gabe, damit meine Patienten die Paro-Vaccine zu Hause selbst einnehmen können. Dabei erstreckt sich die regelmäßige Einnahme der Paro-Vaccine über einen Zeitraum von 8 bis10 Wochen, wobei die Dosis langsam über diesen Zeitraum   gesteigert wird. Die Dosissteigerung gewährleistet eine nachhaltige Regulation des Abwehrsystems und normalisiert es so in seiner Funktion. Je nach Reaktionslage des Patienten kann von der üblichen Vorgehensweise abgewichen und die Zeitabstände und Dosisvorgaben individuell angepasst werden. Autovaccine sind individuelle Heilmittel und werden deshalb auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt.

Unterstützende Maßnahmen

Bestimmte ätherische Öle hemmen das Wachstum von Krankheitserregern. Welcher Erreger  empfindlich auf ein ätherisches Öl reagiert, muss über ein so genanntes Aromatogramm nachgewiesen werden. Sind die wirksamsten Öle ermittelt, ist eine gezielte Aromatherapie gegen den vorliegenden Erreger möglich. Die ätherischen Öle werden dann in der Apotheke  – wie vom Arzt rezeptiert – in Kapseln, Lösungen oder Salben verarbeitet. Ätherische Öle können nicht nur allein eingesetzt werden, sie lassen sich untereinander oder auch mit einer Antibiotikatherapie kombinieren.